Spread beim Krypto-Kauf: die Gebühr, die nicht auf der Rechnung steht
„0 € Gebühr“ heißt nicht kostenlos. Bei vielen Krypto-Apps steckt ein Teil der Kosten im Kurs. Dieser Ratgeber erklärt, wie der Spread entsteht, welche Anbieter ihn offenlegen, was das Gesetz verlangt und wie du ihn in zwei Minuten selbst nachrechnest.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Spread ist der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs. In Broker-Apps ist er meist ein Aufschlag des Anbieters auf einen Referenzkurs und steht nicht als Gebühr auf der Abrechnung.
- Nur ein Teil der Anbieter in unserem Gebühren-Check beziffert ihn: BISON im Schnitt 1,25 % für Bitcoin und Ethereum, Scalable Capital 0,99 % (PRIME+ 0,69 %), Bit2Me 1,20 % zusätzlich zur Gebühr, 21bitcoin typischerweise rund 0,8 %, OKX bei Express Buy höchstens 1,00 % (Stand 24. und 27.10.2026).
- Bei Bitpanda, Trade Republic, Revolut, N26, eToro, Kraken (App), Robinhood, Traders Place und weiteren kommt zur ausgewiesenen Gebühr ein Kursaufschlag, den die Preislisten nicht beziffern. Die genannte Gebühr ist dort nur die Untergrenze.
- MiCA verlangt eine öffentliche Preis-, Kosten- und Gebührenpolitik (Art. 66), einen festen Preis oder eine Preisbestimmungsmethode beim Tausch (Art. 77) und das bestmögliche Ergebnis bei der Auftragsausführung (Art. 78). Eine Pflicht, den Spread je Order in Euro auszuweisen, enthalten diese Artikel nicht.
- Bei Krypto-ETPs und ETNs im Wertpapierdepot gilt MiFID II: Die Kosteninformation muss auch „Aufschläge (im Transaktionspreis enthalten)“ umfassen und die Gesamtkosten zusammengefasst darstellen.
- Selbst messen geht so: Kauf- und Verkaufsvorschau im selben Moment öffnen, Differenz durch den Mittelkurs teilen. Den Spread zahlst du zweimal, einmal beim Kauf und einmal beim Verkauf.
Was ein Spread ist
Jeder Kurs hat zwei Seiten: den Geldkurs, zu dem jemand kauft und zu dem du verkaufen kannst, und den Briefkurs, zu dem jemand verkauft und zu dem du kaufen kannst. Der Abstand dazwischen ist der Spread. An einer Orderbuch-Börse wie Bitvavo, BSDEX, Kraken Pro oder Bitstamp treffen die Aufträge vieler Kunden aufeinander; der Spread ist die Lücke zwischen höchstem Kauf- und niedrigstem Verkaufsauftrag, die Börse verdient an einer separat ausgewiesenen Maker- oder Taker-Gebühr. In einer Broker-App handelst du dagegen zu einem Kurs, den der Anbieter oder ein Liquiditätsanbieter stellt: Bitpanda nennt einen „firm quote“ von Bitpanda, Revolut und N26 einen von Revolut beziehungsweise Bitpanda gestellten Kurs, flatex den Market Maker Tradias. Dieser Kurs liegt beim Kauf über und beim Verkauf unter einem Referenzwert. 21bitcoin beschreibt den Spread in seinem Hilfe-Center als Differenz zwischen dem Mid-Market-Preis und dem Preis, zu dem du tatsächlich kaufst oder verkaufst.
Im Alltag werden zwei Dinge mit demselben Wort bezeichnet: der Markt-Spread eines Orderbuchs und der Aufschlag eines Brokers. Smartbroker+ nennt seinen festen Aufschlag von 0,90 % auf den Kurs des Handelsplatzes „Spread“, Coinmerce spricht von einer „risk adjustment“ auf einen selbst ermittelten Basis-Marktpreis. Für dich zählt in beiden Fällen dasselbe: der Abstand zwischen deinem Ausführungskurs und dem Marktkurs im selben Moment.
Warum „0 € Gebühr“ nicht kostenlos bedeutet
Weil der Aufschlag im Kurs steckt, kann ein Anbieter mit gebührenfreiem Handel werben und trotzdem an jedem Kauf verdienen. BISON schreibt auf seiner Kostenseite, der Handel mit Kryptowährungen sei gebührenfrei, es gelte lediglich ein marktüblicher Spread, und beziffert ihn im Schnitt mit 1,25 % für Bitcoin und Ethereum und 1,75 % für alle anderen Coins. Trade Republic nennt 1 € Fremdkostenpauschale pro Trade bei provisionsfreiem Handel; einen Spread haben wir in den abrufbaren Quellen nicht beziffert gefunden, das Preis- und Leistungsverzeichnis war beim Abruf nicht erreichbar. Die EU-Verordnung MiCA beschreibt dieses Modell ausdrücklich: Beim Tausch von Kryptowerten gegen einen Geldbetrag werde der Preis „vom Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen als Währungsumtausch frei festgelegt“ (Erwägungsgrund 87). Ein Spread ist also zulässig, aber schwerer zu vergleichen als eine Gebühr, die als Betrag auf der Abrechnung steht. Vergleichbar wird es erst, wenn du Spread und ausgewiesene Gebühr zusammenrechnest, für Kauf und Verkauf.
Diese Anbieter beziffern ihren Spread
Unser Gebühren-Check wertet ausschließlich die offiziellen Gebührenseiten, Preisverzeichnisse und Hilfe-Center aus (Abruf am 24.10.2026, für 21bitcoin, justTRADE, finanzen.net ZERO, Traders Place, Robinhood, flatex, Smartbroker+ und OKX am 27.10.2026). Eine konkrete Zahl zum Spread oder zu den Gesamtkosten einschließlich Spread nennen diese Anbieter:
- BISON: im Schnitt 1,25 % für Bitcoin und Ethereum, 1,75 % für andere Coins; der Spread kann laut Anbieter mit Marktlage und Ordergröße schwanken. Keine zusätzliche Handelsgebühr.
- Scalable Capital: 0,99 % Spread plus 0,99 € pro Trade im FREE Broker, 0,69 % Spread ohne Ordergebühr im PRIME+-Modell (4,99 € im Monat). Gehandelt werden Krypto-ETPs, keine Coins.
- Bit2Me (Wallet-Oberfläche): 0,95 % Gebühr plus 1,20 % Spread, zusammen 2,15 %.
- Bitstamp „Basic Trading“ (Sofortkauf): fester Spread von 1,8 % (Stablecoins 0,5 %) plus ein Volatilitätsspread von 0 bis 0,5 %. Im Orderbuch kostet derselbe Kauf 0,40 % Taker-Gebühr.
- 21bitcoin: Spread zum Mid-Market-Preis typischerweise rund 0,8 % laut Hilfe-Center (Stand 05.06.2026), zusätzlich zur Servicegebühr von 1,49 % beim Sofortkauf.
- OKX: Express Buy, Sell und Convert ohne separate Handelsgebühr, der Spread in der Quote beträgt laut OKX höchstens 1,00 %.
- Smartbroker+: 0,90 % Auf- oder Abschlag auf den Kurs des Handelsplatzes, plus ein nicht bezifferter Aufschlag des Handelsplatzes selbst; 1 € Mindermengenzuschlag unter 500 €.
- flatex: 0,50 % Provision; die Gesamtkosten einschließlich Spread gibt flatex bei handelsüblichem Ordervolumen mit 0,6 % für liquide und 0,7 % für weniger liquide Kryptowerte an.
- justTRADE: 0,125 % Orderprovision plus ein Minimumspread von 0,175 %, abhängig von Marktlage und Ordervolumen.
- Finst: 0,15 % pro Order, laut Finst ohne zusätzlichen Spread.
Hier steht der Spread nicht in der Preisliste
Bei diesen Anbietern nennt die Gebührenseite eine Gebühr, dazu kommt aber ein im Kurs enthaltener Aufschlag, dessen Höhe nicht veröffentlicht ist (Stand 24. und 27.10.2026):
- Bitpanda: 0,99 % für Bitcoin, 1,49 % für andere Coins, 2,49 % für kleinere Kryptowerte, jeweils auf einen von Bitpanda gestellten Festpreis.
- Kraken (App): 1,00 % bei Direkt- und wiederkehrenden Käufen, 1,50 % bei individuellen Orders.
- eToro: 1,00 % beim Kauf und 1,00 % beim Verkauf.
- Revolut: 1,49 % im Standard- und Plus-Plan, 0,99 % in Premium und Metal, jeweils zuzüglich des von Revolut gestellten Kurses.
- N26: 1,5 % für Bitcoin, 2,5 % für Altcoins, 3,5 % für illiquide Altcoins, zuzüglich des von Bitpanda gestellten Preises.
- Coinmerce: 0,25 % Gebühr; der Preis enthält eine variable „risk adjustment“ auf den Basis-Marktpreis, für die Coinmerce nur ein Rechenbeispiel von 0,12 % nennt.
- Trade Republic: 1 € Fremdkostenpauschale je Trade, Spread nicht angegeben.
- Relai: 1,00 % Servicegebühr im Relai-Preis, der laut AGB zusätzlich eine nicht bezifferte Marge enthält; beim Verkauf nennt das Hilfe-Center dynamische Spreads von bis zu 1 %.
- Robinhood: 0,95 % je Order; Ausführung über Liquiditätsanbieter, Robinhood gibt an, keinen Anteil am Spread zu erhalten.
- finanzen.net ZERO: 1 % je Einzelorder plus ein nicht bezifferter „reduzierter Spread“ des Handelsplatzes.
- Traders Place: 0,9 % Orderspesen plus der Spread des Handelsplatzes; laut Preisverzeichnis erhält die Baader Bank daraus eine Rückvergütung, von der 50 % an Traders Place gehen.
Bei Coinbase antworteten alle Gebührenseiten beim Abruf mit einer Zugriffssperre; laut Hilfe-Center fällt beim einfachen Handel ein Spread an, beziffert ist er dort nicht. Crypto.com zeigt die Handelsgebühr der App laut Hilfe-Center erst in der Kaufvorschau. Für alle drei gilt: Die Vorschau in der App ist die einzige verlässliche Zahl.
Was MiCA zur Preistransparenz vorschreibt
Seit dem 30. Dezember 2024 gelten die Pflichten der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) für zugelassene Kryptowerte-Dienstleister. Für den Spread sind vor allem fünf Artikel wichtig. Welcher davon greift, hängt davon ab, welche Dienstleistung der Anbieter erbringt: Tausch auf eigene Rechnung, Ausführung oder Weiterleitung deiner Aufträge oder Betrieb einer Handelsplattform.
- Artikel 66 Absatz 2 und 4, alle Anbieter: Informationen müssen „redlich, eindeutig und nicht irreführend“ sein, auch in Werbung. Die „Preis-, Kosten- und Gebührenpolitik“ ist auf der Website „an gut erkennbarer Stelle öffentlich zugänglich“ zu machen.
- Artikel 77, Tausch gegen Geld unter Einsatz eigenen Kapitals: Der Anbieter veröffentlicht „einen festen Preis der Kryptowerte oder eine Methode zur Bestimmung des Preises“ (Absatz 2) und führt Aufträge „zu den zum Zeitpunkt des endgültigen Tauschauftrags angezeigten Preisen“ aus (Absatz 3). Außerdem veröffentlicht er Transaktionsvolumen und -preise der abgeschlossenen Geschäfte (Absatz 4).
- Artikel 78, Ausführung von Aufträgen für Kunden: Der Anbieter muss „das bestmögliche Ergebnis“ erzielen und dabei unter anderem Preis und Kosten berücksichtigen (Absatz 1). Er braucht Grundsätze der Auftragsausführung, denen du vorher zustimmst (Absatz 3), muss dir auf Anfrage nachweisen, dass dein Auftrag danach ausgeführt wurde (Absatz 4), und braucht deine ausdrückliche Zustimmung, bevor er außerhalb einer Handelsplattform ausführt (Absatz 5).
- Artikel 80 Absatz 2, Annahme und Übermittlung von Aufträgen: Wer deine Aufträge an eine Handelsplattform oder einen anderen Anbieter weiterleitet, darf dafür „weder eine Vergütung noch Rabatte oder sonstige nicht monetäre Vorteile“ erhalten.
- Artikel 76, Handelsplattformen: Sie veröffentlichen „alle Geld- und Briefkurse sowie die Tiefe der Handelsinteressen“ während der Handelszeiten kontinuierlich (Absatz 9) sowie Kurs, Volumen und Zeitpunkt der Geschäfte, soweit technisch möglich in Echtzeit (Absatz 10). Ihre Gebührenstrukturen müssen „transparent, redlich und nichtdiskriminierend“ sein (Absatz 13).
Was in diesen Artikeln fehlt: eine Pflicht, dir vor oder nach jeder Order den Spread als Euro-Betrag und Prozentsatz auszuweisen. Eine veröffentlichte Methode beschreibt, wie der Preis entsteht, aber nicht zwingend, wie weit er vom Markt entfernt ist. Die Preisbildung muss also nachlesbar sein, die Zahl musst du oft selbst ermitteln. Ein praktischer Hebel ist Artikel 78 Absatz 4. Erbringt dein Anbieter die Ausführung von Aufträgen, kannst du den Nachweis verlangen, dass dein Auftrag nach seinen Grundsätzen ausgeführt wurde.
Krypto-ETPs und ETNs im Depot: hier gilt MiFID II
Kaufst du Krypto-ETPs oder ETNs bei einer Bank oder einem Neobroker, etwa bei Scalable Capital oder als Sparplan bei Traders Place oder Smartbroker+, kaufst du ein Wertpapier und keinen Coin. Dann gilt nicht MiCA, sondern das Wertpapierrecht. Artikel 24 Absatz 4 der Finanzmarktrichtlinie MiFID II verlangt rechtzeitige Informationen über sämtliche Kosten und verbundenen Gebühren. Die deutsche Umsetzung in § 63 Absatz 7 Wertpapierhandelsgesetz schreibt vor, sie „in zusammengefasster Weise“ darzustellen, damit du „sowohl die Gesamtkosten als auch die kumulative Wirkung der Kosten auf die Rendite der Anlage“ verstehst; auf Verlangen gibt es eine Aufstellung nach einzelnen Posten. Die Delegierte Verordnung (EU) 2017/565 konkretisiert das: Die Kosten werden „als Geldbetrag und als Prozentsatz“ angegeben (Artikel 50 Absatz 2), und ihr Anhang II zählt zu den Transaktionskosten ausdrücklich „Aufschläge (im Transaktionspreis enthalten)“.
- Vor der Order: Achte auf den Ex-ante-Kostenausweis in der App. Er fasst die Kosten von Dienstleistung und Produkt zusammen.
- Nach dem Kauf: Die regelmäßige Kostenaufstellung (nach § 63 Absatz 7 WpHG unter den dort genannten Voraussetzungen mindestens jährlich) zeigt, was dich die Anlage tatsächlich gekostet hat, einschließlich der laufenden Produktkosten des ETP.
Den Spread selbst messen: so gehst du vor
Du brauchst keine Spezialsoftware. Es reicht, Kauf- und Verkaufsvorschau zu vergleichen, ohne die Order abzuschicken. Nach Artikel 77 Absatz 3 MiCA ist der angezeigte Preis beim endgültigen Auftrag auch der Ausführungspreis; die Vorschau ist also eine belastbare Messgröße.
- Öffne in der App die Kaufmaske für einen Coin und einen Betrag, etwa 1.000 €, und notiere den angezeigten Kurs je Coin oder die Menge, die du bekommen würdest.
- Öffne sofort danach die Verkaufsmaske für denselben Coin und notiere den Verkaufskurs. Je schneller, desto genauer; Kurse bewegen sich im Sekundentakt.
- Rechne: (Kaufkurs minus Verkaufskurs) geteilt durch den Mittelkurs. Den Mittelkurs erhältst du als (Kaufkurs plus Verkaufskurs) geteilt durch zwei. Das Ergebnis ist der gesamte Spread; die Hälfte davon zahlst du je Richtung, sofern der Anbieter beim Kauf und Verkauf gleich weit vom Markt abweicht. Ob das so ist, zeigt der nächste Schritt.
- Vergleiche zusätzlich mit dem Kurs einer Orderbuch-Börse im selben Moment. Dort siehst du besten Geld- und Briefkurs direkt im Orderbuch, weil MiCA Handelsplattformen zu ihrer Veröffentlichung verpflichtet. Der Abstand deines Kaufkurses zu diesem Briefkurs ist der Aufschlag des Brokers.
- Zähle die ausgewiesene Gebühr hinzu. Erst Spread plus Gebühr ergibt deine Kosten.
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Zahlen, keine Werte eines bestimmten Anbieters: Die Kaufvorschau zeigt 70.700 € je Bitcoin, die Verkaufsvorschau im selben Moment 69.300 €. Der Mittelkurs liegt bei 70.000 €, der Spread bei 1.400 €, also 2,0 % des Mittelkurses. Für 1.000 € erhältst du 0,014144 BTC; zum Mittelkurs sind sie 990,10 € wert. Der Kauf hat dich 9,90 € gekostet, ohne dass eine Gebühr auf der Abrechnung steht. Verkaufst du sofort wieder, bekommst du 980,20 €. Hin und zurück fehlen 19,80 €, knapp 2 %. Verlangt der Anbieter zusätzlich eine Gebühr von 1 % je Richtung, kommen rund 20 € hinzu.
Wann der Spread größer wird
Ein Spread ist kein fester Preis. Mehrere Anbieter sagen selbst, wovon er abhängt:
- Coin: BISON nennt für Bitcoin und Ethereum im Schnitt 1,25 %, für alle anderen Coins 1,75 %. flatex unterscheidet bei den Gesamtkosten 0,6 % für liquide und 0,7 % für weniger liquide Kryptowerte. Bei N26 steigt schon die ausgewiesene Gebühr von 1,5 % für Bitcoin auf 3,5 % für illiquide Altcoins.
- Marktlage: Bitstamp schlägt im Sofortkauf einen Volatilitätsspread von 0 bis 0,5 % auf den festen Spread auf. 21bitcoin und BISON schreiben, dass sich ihr Spread je nach Marktbedingungen ändern kann.
- Ordergröße: BISON und justTRADE nennen das Volumen der Order als Einflussfaktor. An Orderbuch-Börsen hängt es von der Markttiefe ab, wie weit eine große Market-Order in die nächsten Preisstufen greift.
- Zeitpunkt: Kryptowerte werden auf vielen Plattformen rund um die Uhr gehandelt, auch nachts und am Wochenende. Ob dein Anbieter dann andere Spreads stellt, veröffentlicht keiner der hier genannten. Miss deshalb selbst zu verschiedenen Zeiten, etwa werktags tagsüber und am Wochenende abends.
Sparplan und kleine Beträge
Ein prozentualer Spread kostet bei 25 € denselben Anteil wie bei 2.500 €. Teuer werden kleine Beträge erst durch feste Gebühren je Order. Bei Scalable Capital kosten 0,99 € auf eine Einzelorder von 50 € knapp 2 %, zusätzlich zum Spread. finanzen.net ZERO, Traders Place und Smartbroker+ berechnen bei Einzelorders unter 500 € einen Mindermengenzuschlag von 1 €; bei 50 € sind das 2 %. Für Sparpläne entfallen diese festen Beträge bei vielen Anbietern, der Spread bleibt:
- BISON: Sparplan ohne Zusatzgebühr, nur Spread, ab 0,01 € laut Anbieter.
- Scalable Capital: Sparplanausführung 0 €, aber Krypto-Spread von 0,99 % (FREE) oder 0,69 % (PRIME+) und Produktkosten des ETP.
- Trade Republic: laut Produktseite neben dem Spread keine weiteren Kosten, ab 1 €. Die Höhe des Spreads ist nicht angegeben.
- finanzen.net ZERO: Sparpläne ohne Provision und ohne Mindermengenzuschlag, nur mit dem nicht bezifferten Spread.
- 21bitcoin: Sparplan-Servicegebühr nur in der ersten Woche, danach 0 %. Der Spread-Artikel im Hilfe-Center nennt keine Ausnahme für Sparpläne.
- Relai: ein gebührenfreier Kauf von 100 € pro Monat im Sparplan; ob die im Relai-Preis enthaltene, laut AGB nicht bezifferte Marge dabei entfällt, ist nicht angegeben.
Wer jeden Monat kauft, zahlt den Spread jeden Monat, beim späteren Verkauf fällt er noch einmal an.
Limit-Order an der Orderbuch-Börse als Alternative
An einer Orderbuch-Börse kannst du den Spread nicht abschalten, aber selbst bestimmen, welchen Preis du zahlst. Eine Market-Order kauft sofort zum besten Verkaufsangebot und zahlt damit den halben Markt-Spread plus die Taker-Gebühr. Eine Limit-Order legst du mit deinem Wunschpreis ins Orderbuch. Bleibt sie dort liegen und wird später von einem anderen Auftrag ausgeführt, zahlst du die niedrigere Maker-Gebühr; ein Limit, das sofort auf ein bestehendes Angebot trifft, wird wie eine Taker-Order behandelt. Laut Gebühren-Check (Stand 24.10.2026) sind das etwa bei Bitvavo 0,15 % statt 0,25 %, bei BSDEX 0,20 % statt 0,35 %, bei Kraken Pro 0,40 % statt 0,80 % und bei Bitstamp 0,30 % statt 0,40 %.
- Vorteil: Du siehst Geld- und Briefkurs sowie die Markttiefe vor der Order und kaufst nicht über deinem Limit.
- Nachteil: Es gibt keine Garantie, dass deine Order ausgeführt wird. Läuft der Kurs weg, bleibt sie liegen.
- Mehrere Anbieter haben neben der App eine Pro-Oberfläche mit niedrigerer Preisliste, etwa Bitpanda Fusion (0,25 %), Kraken Pro oder Bit2Me Pro (0,50 % Maker, 0,60 % Taker); bei Bitstamp ist es das Orderbuch statt „Basic Trading“. Der Wechsel kostet etwas Einarbeitung.
- Eine Limit-Order in einer Broker-App ändert am Preismodell nichts: Ausgeführt wird gegen den Kurs, den der Anbieter stellt. Bei 21bitcoin etwa kostet die Limit-Order dieselbe Servicegebühr von 1,49 % wie der Sofortkauf.
Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel erklärt Kostenstrukturen beim Kauf von Kryptowerten auf Basis der MiCA-Verordnung, der MiFID-II-Regeln, des Wertpapierhandelsgesetzes und der offiziellen Gebührenangaben der Anbieter (Gebühren-Check, Stand 24. und 27.10.2026). Er ist keine Anlage- oder Rechtsberatung. Spreads ändern sich mit der Marktlage; maßgeblich ist immer der Preis, den dir die App vor der Bestätigung anzeigt. Fehler oder geänderte Angaben bitte an kontakt@kryptoexperte.de.
Häufige Fragen
Der Abstand zwischen dem Kurs, zu dem du kaufen kannst, und dem Kurs, zu dem du verkaufen kannst. An Orderbuch-Börsen entsteht er aus den Aufträgen der Kunden; in Broker-Apps ist er meist ein Aufschlag des Anbieters auf einen Referenzkurs, der im Preis steckt und nicht als Gebühr auf der Abrechnung steht.
Nein. Ohne ausgewiesene Gebühr verdient der Anbieter über den Kurs. BISON etwa wirbt mit gebührenfreiem Handel und nennt einen Spread von im Schnitt 1,25 % für Bitcoin und Ethereum. Vergleichbar wird es erst, wenn du Spread und Gebühr zusammenrechnest.
Laut unserem Gebühren-Check (Stand 24. und 27.10.2026) beziffern unter anderem BISON, Scalable Capital, Bit2Me, Bitstamp im Sofortkauf, 21bitcoin, OKX und Smartbroker+ den Spread oder einen Teil davon; flatex und justTRADE nennen Gesamtkosten beziehungsweise einen Mindestwert. Bei Bitpanda, Trade Republic, Revolut, N26, eToro, Kraken (App), Robinhood, Coinmerce, Relai, finanzen.net ZERO und Traders Place ist der Aufschlag nicht beziffert.
MiCA verlangt eine öffentlich zugängliche Preis-, Kosten- und Gebührenpolitik, beim Tausch gegen eigenes Kapital einen festen Preis oder eine veröffentlichte Methode zur Preisbestimmung und die Ausführung zum angezeigten Preis. Eine Pflicht, den Spread je Order als Euro-Betrag auszuweisen, enthalten die Artikel 66 und 76 bis 80 nicht. Bei Krypto-ETPs im Depot gilt dagegen die MiFID-II-Kosteninformation.
Öffne Kauf- und Verkaufsvorschau für denselben Coin direkt nacheinander, ohne abzuschicken. Teile die Differenz durch den Mittelkurs; das ist der gesamte Spread, die Hälfte zahlst du je Richtung. Vergleiche zusätzlich mit dem Briefkurs einer Orderbuch-Börse im selben Moment und rechne die ausgewiesene Gebühr hinzu.
Vergleiche Spread und Gebühr zusammen, bevorzuge liquide Coins, bei denen Anbieter niedrigere Sätze nennen, und meide feste Gebühren bei Kleinstbeträgen. An Orderbuch-Börsen kannst du mit einer Limit-Order deinen Preis selbst setzen und zahlst meist die niedrigere Maker-Gebühr; dafür ist die Ausführung nicht garantiert.
Quellen und Belege
Alle Angaben in diesem Ratgeber stützen sich auf die folgenden Primärquellen. Abrufdatum in Klammern; prüfe bei Zweifeln die Originalquelle, Gesetze und Anbieterbedingungen ändern sich.
- Verordnung (EU) 2023/1114 über Märkte für Kryptowerte (MiCA), Art. 3 Abs. 1 Nr. 18, 19 und 21, Art. 66, 76, 77, 78, 80, Erwägungsgründe 85 bis 87 – EUR-Lex, Amtsblatt der EU L 150, 31.05.2023 (abgerufen am 28. Oktober 2026)
- Richtlinie 2014/65/EU über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II), Art. 24 Abs. 4 – EUR-Lex, Amtsblatt der EU L 173, 15.05.2014 (abgerufen am 28. Oktober 2026)
- Delegierte Verordnung (EU) 2017/565, Art. 50 und Anhang II (Kosten und Gebühren) – EUR-Lex, Amtsblatt der EU L 87, 25.04.2016 (abgerufen am 28. Oktober 2026)
- § 63 Wertpapierhandelsgesetz (Allgemeine Verhaltensregeln, Abs. 7 Kosteninformation) – gesetze-im-internet.de (abgerufen am 28. Oktober 2026)
- Gebühren-Check: Gebühren aller Anbieter laut offiziellen Gebührenseiten – kryptoexperte.de, 24.10.2026 (einzelne Anbieter 27.10.2026) (abgerufen am 28. Oktober 2026)
- Costs: Fee-free trading, market-standard spread – BISON (abgerufen am 28. Oktober 2026)
- Cost Transparency Crypto, Version 4.0.0 – Bitpanda, 08.07.2026 (abgerufen am 28. Oktober 2026)
- Nimmt 21bitcoin einen Spread? – 21bitcoin Hilfe-Center, 05.06.2026 (abgerufen am 28. Oktober 2026)
- Pricing methodology – Coinmerce Support, 24.07.2026 (abgerufen am 28. Oktober 2026)
- Wie hoch ist der Spread bei einer Krypto-Order? – Smartbroker+ FAQ (abgerufen am 28. Oktober 2026)
- FAQ: Welche Provisionen fallen beim Handel von Kryptowerten an? – justTRADE (abgerufen am 28. Oktober 2026)
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