Orderbuch in der Praxis: Limit, Maker, Spread
Wie du mit der Profi-Oberfläche günstiger kaufst und den Spread selbst misst.
Zwei Welten: Sofortkauf und Orderbuch
Die einfache Kauf-Ansicht einer Börse zeigt dir einen Preis und einen Button. Dahinter liegt ein Orderbuch: eine Liste aller Kauf- und Verkaufsangebote mit Preis und Menge. Der Sofortkauf nimmt das beste Angebot und schlägt die Gebühr auf – bequem, aber meist teurer. Kraken verlangt in der App 1 Prozent, in Kraken Pro 0,80 Prozent als Taker und 0,40 Prozent als Maker. Bitpanda nimmt im einfachen Kauf 0,99 Prozent für Bitcoin, in Bitpanda Fusion 0,25 Prozent. Wer das Orderbuch nutzt, spart also bei jedem Kauf, muss aber drei Begriffe verstehen.
Market-Order, Limit-Order, Maker, Taker
Eine Market-Order kauft sofort zum besten verfügbaren Preis. Du bist dann Taker, weil du ein bestehendes Angebot annimmst, und zahlst den höheren Gebührensatz. Eine Limit-Order legt den Preis fest, den du höchstens zahlen willst; sie wird erst ausgeführt, wenn ein Verkäufer diesen Preis akzeptiert. Steht deine Limit-Order im Buch und wird später bedient, bist du Maker und zahlst den niedrigeren Satz. Der Preis dafür ist Geduld: Läuft der Kurs weg, bleibt die Order unausgeführt. Für regelmäßige Käufe ohne Zeitdruck ist das kein Nachteil.
Den Spread selbst messen
Bei Brokern steckt ein Teil der Kosten im Kurs, nicht in der Gebühr. Ob und wie viel, siehst du mit einem einfachen Test: Notiere in der Kaufansicht den Preis für einen Betrag, wechsle sofort in die Verkaufsansicht und notiere den Preis für dieselbe Menge. Die Differenz, geteilt durch den Mittelwert beider Preise, ist der Spread für Hin- und Rückweg zusammen. Die Hälfte davon zahlst du beim Kauf. Vergleiche das mit einem neutralen Referenzkurs, etwa dem aktuellen Preis an einer Börse mit Orderbuch. Liegt der Kaufpreis deutlich darüber, kennst du den wahren Aufschlag – auch wenn die Gebührenseite „0 Prozent“ sagt.
Woraus sich die Gesamtkosten zusammensetzen
Vollständig ist die Rechnung erst mit vier Posten: Handelsgebühr, Spread, Zahlungsweg und Auszahlung. Die Handelsgebühr steht auf der Gebührenseite. Den Spread misst du selbst. Der Zahlungsweg ist bei SEPA meist kostenlos, bei Karte 1 bis knapp 4 Prozent. Die Auszahlung auf eine eigene Wallet kostet die Netzwerkgebühr und bei manchen Anbietern einen festen Aufschlag. Bei einem Kauf über 500 Euro liegen die ausgewiesenen Gebühren der Anbieter in unserem Vergleich zwischen 0,50 und 10,75 Euro – der Spread kommt bei Brokern obendrauf.
Ein Vorgehen für die Praxis
Für den regelmäßigen Kauf größerer Beträge lohnt der Wechsel in die Profi-Oberfläche: Limit-Order knapp unter dem aktuellen Kurs setzen, Ausführung abwarten, Maker-Gebühr zahlen. Für kleine Sparplanraten ist die Ersparnis gering und der Komfort des Sparplans wiegt mehr. Für den allerersten Kauf gilt: Lieber einmal bewusst im Sofortkauf mit 1 Prozent Gebühr starten, als mit einer falsch gesetzten Order Wochen warten. Und ganz gleich welche Oberfläche: Lies die Vorschau vor dem Bestätigen – Kurs, Gebühr, Endbetrag.
Das nimmst du mit
- Sofortkauf ist bequem und teurer; das Orderbuch der Profi-Oberfläche ist günstiger, verlangt aber Verständnis für Order-Typen.
- Limit-Orders, die im Buch stehen, zahlen den Maker-Satz; sofort ausgeführte Orders den Taker-Satz.
- Den Spread misst du mit Kauf- und Verkaufspreis derselben Menge und dem Vergleich zu einem Referenzkurs.
- Gesamtkosten = Handelsgebühr + Spread + Zahlungsweg + Auszahlung.
Abschluss-Check
Du stellst eine Limit-Order unter den aktuellen Kurs ein; sie wird zwei Stunden später ausgeführt. Welche Gebühr zahlst du?
- Die Taker-Gebühr, weil die Order ausgeführt wurde
- Die Maker-Gebühr, weil deine Order im Orderbuch stand und von einem anderen angenommen wurde
- Gar keine Gebühr
Antwort anzeigen
Richtig ist: Die Maker-Gebühr, weil deine Order im Orderbuch stand und von einem anderen angenommen wurde. Korrekt. Wer Liquidität ins Orderbuch stellt, ist Maker und zahlt den niedrigeren Satz. Wer sofort ein Angebot annimmt, ist Taker.
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